Raus aus der Zwickmühle!

Die Bürgerinitiative «Zukunft Dagow» fordert den Stechliner Bürgermeister und die Gemeindevertreter zum sofortigen Handeln auf

Mit der Verknüpfung von gleich drei Großprojekten, die alle im Stechliner Ortsteil Dagow verwirklicht werden sollen – dem Bau einer Wohnsiedlung, einer Wochenend- und Ferienhaussiedlung sowie der Errichtung eines Wohnmobil-Stellplatzes – sind die Amtsverwaltung und die Gemeinde Stechlin in eine Zwickmühle hineingeraten. Denn dieses Konstrukt aus drei eng miteinander verzahnten Bauvorhaben verträgt sich offenbar nicht mit der politischen Absicht, Bauland in Zukunft – über ein Einheimischenmodell – v.a. jungen, einkommensschwächeren Familien zukommen lassen zu wollen.

Eine überschlägige Rechnung der Bürgerinitiative «Zukunft Dagow» kommt zu dem Ergebnis, dass Bauland auf der sogenannten Pferdekoppel, wo die Wohnsiedlung entstehen soll, sehr viel teurer wäre als auf der Freifläche am Ortseingang, wo nach bisheriger Planung der Wohnmobil-Stellplatz einer Wohnbebauung im Wege stünde. In einem Schreiben an Bürgermeister Roy Lepschies und alle Gemeindevertreter fordert die Initiative darum eine sorgfältige Prüfung aller Handlungsoptionen und eine Offenlegung der mit ihnen absehbar verbundenen Kosten.

Zugleich müsse ein längst überfälliges touristisches Leitbild bzw. Tourismuskonzept erarbeiten werden – und zwar explizit vor dem Hintergrund, dass einzelne Ortsteile in den letzten Jahren von Besucherströmen regelrecht überrollt worden seien und der Unmut in der Bevölkerung wachse, den Touristenströmen hilflos ausgeliefert zu sein. Ohne Tourismuskonzept riskiere die Gemeinde, die Anerkennung des Ortsteils Neuglobsow als einem von nur 16 staatlich anerkannten «Erholungsorten» in Brandenburg zu verlieren.

Solange ein solches Konzept nicht vorliege und im Hinblick auf die Verteilung des Stechliner Wohnbaulands nicht alle Optionen geprüft seien, dürften keine Gelder in das Projekt Pferdekoppel, den Wohnmobil-Stellplatz und andere touristische Großvorhaben wie die Wochenend- und Ferienhaussiedlung investiert und auch keine anderen Maßnahmen oder Initiativen zugunsten dieser Projekte ergriffen werden.

Nur so ist es möglich, einen Schaden in nicht unbeträchtlicher Höhe von der Gemeinde abzuwenden.

Download der pdf-Datei: Schreiben vom 18.4.2021 an Bürgermeister Roy Lepschies und alle anderen Gemeindevertreter